Heckenschere schärfen leicht gemacht

1. Juli 2021 Alles rund um Heckenscheren
Mit einer intakten Heckenschere zu arbeiten ist etwas Schönes. Was vorher ein unordentliches Gestrüpp war, wird durch ein paar Schwenker mit diesem Werkzeug wieder zu einem schönen Gewächs. Buchsbaum, Busch oder Hecke wollen ordentlich frisiert werden. Da ist ein einsatzbereites Hilfsmittel nicht nur hilfreich, sondern zwingend erforderlich. Eine stumpfe Heckenschere macht leider das genaue Gegenteil: Statt Blätter und Zweige ordentlich abzutrennen, wird nur noch gerupft, zerzaust und zerfetzt. Das Ergebnis ist dann ein trauriger Anblick. Glücklicherweise ist das Heckenschere Schärfen so einfach wie schnell erledigt. In dieser Anleitung kannst du lesen, wie du am besten vorgehst. Damit wird die Heckenschere wieder leistungsstark und sicher. Dein Garten wird es dir dann auch mit sauber geschnittenen Gewächsen danken.

Wieso wird die Heckenschere stumpf?


Eine Heckenschere ist ein leistungsstarkes Werkzeug. Die Messer gleiten mit einer Frequenz von bis zu 50 Wechseln pro Sekunde gegeneinander. Diese hohe Schnittzahl erzeugt Reibwärme, welche die Härte der Klingen etwas absenkt. Die große Schnittgeschwindigkeit sorgt zwar dafür, dass die Heckenschere einen sauberen Schnitt hinterlässt, sie führt aber auch zu einem hohen Verschleiß. Die Messer schlagen permanent mit großem Druck gegen die Zweige und Äste. Dabei entsteht unweigerlich ein hoher Abrieb an den Schnittkanten. Hinzu kommt, dass die Schwerter stets aus gut schleifbarem Stahl gefertigt sind. Dieser ist zwar hochfest, jedoch kaum korrosionsbeständig. Die scharfen Schneidkanten sind deshalb besonders anfällig für Flugrost. Sie verlieren dadurch an Schnittkraft. Wenn dann noch die Hecke unsachgemäß behandelt wird, ist ein Verlust der Schärfe unausweichlich. Bereits kurze Kontakte mit Sand können eine frisch geschärfte Heckenschere wieder ruinieren und reif für die nächste Schleifrunde machen.

Eine Heckenschere wird also aus vielen Faktoren stumpf. Sie ist aber stets konstruktiv so ausgelegt, dass sie sich schnell wieder schärfen lässt. Dies ist mit der richtigen Technik und den korrekten Werkzeugen in wenigen Handgriffen erledigt. Wir empfehlen nicht zur warten, bis die Heckenschere wieder stumpf ist. Wenn man die Messer nach jedem Gebrauch nachschleift, hat man immer eine betriebsbereite Heckenschere.

Hilfsmittel zum Heckenschere schärfen


Für das Heckenschere Schärfen benötigst du nur fünf Hilfsmittel:

  • Flachfeile
  • Wetzstein
  • Schmieröl
  • Pinsel oder Druckluft
  • trockenes Tuch

Die Flachfeile dient zum Nachschärfen der Klingen. Mit dem Wetzstein entfernst du die Grate, die beim Schleifen entstehen. Das Schmieröl macht deine Heckenschere wieder schön geschmeidig. Außerdem ist es ein guter Schutz gegen Korrosion. Mit dem Tuch machst du deine fertig geschärfte und geschmierte Heckenschere wieder sauber.

Wir möchten an dieser Stelle vom Gebrauch eines elektrischen Schleifmittels abraten. Viele Heimwerker schleifen ihre Heckenschere gerne mit einem "Dremel". Dabei besteht aber stets die Gefahr, dass du zu viel Material wegnimmst. Das Ergebnis ist nicht nur eine zu starke Abnutzung deiner Messer, sondern auch, dass du die Geometrie der Schneide veränderst. Wähle deshalb lieber die traditionellen Handwerkzeuge und verzichte beim Schärfen deiner Heckenschere auf elektrische Unterstützung. Damit hast du das Abschleifen am besten unter Kontrolle und deine Messer halten besonders lange.

Heckenschere mit einer Flachfeile schärfen

Das Heckenschere schärfen mit einer Flachfeile geschieht in folgenden Schritten:

  1. Säubern
  2. Einstellen
  3. Sichern
  4. Schleifen
  5. Entgraten
  6. Wechseln
  7. Säubern
  8. Schmieren
  9. Säubern

Zunächst wird die Klinge der Heckenschere gereinigt. Dazu eignet sich Druckluft, Seifenlauge oder ein Hochdruckreiniger. Falls es nicht anders geht, muss das Messer in seine Hälften zerlegt und jede Seite einzeln gereinigt werden. Nur ein sauberes Messer ist bereit zum Schleifen!

Nach dem Reinigen wird die Heckenschere kurz angelassen. Dabei wird sie so eingestellt, dass die Klingen auf einer Seite schön zugänglich sind.

Vor dem Heckenschere schärfen musst du sie sichern. Es darf keinesfalls passieren, dass das Werkzeug während dem Schärfen anspringt. Bei einer Akkusäge nimmst du den Stromspeicher heraus. Bei einer Benzinsäge ziehst du den Zündkerzenstecker ab. Wenn du eine kabelgebundene Elektroschere hast, ziehst du den Stromstecker heraus. So kann dir und deinem Werkzeug während des Schleifens nichts passieren.

Nun nimmst du deine Flachfeile und schleifst jede Klinge von oben nach unten ab. Dabei genügen 3-4 Striche vollkommen. Halte dich an den vorgegebenen Winkel. Schleife nur von oben nach unten, nicht vor- und zurück. Deine Schere wird sonst niemals richtig scharf.
Beim Abschleifen ist das Bilden von Graten unvermeidlich. Lässt du sie bestehen, reißen sie tiefe Scharten in deine Klingen und machen sie schnell wieder stumpf. Ziehe deshalb mit dem Wetzstein jede Klinge von hinten nach vorne ab. Damit entfernst du die Grate, ohne dabei die Klinge wieder stumpf zu machen.

Jetzt kommt die andere Seite dran. Mach die Heckenschere kurz an, bis du an die gegenüber liegenden Klingen herankommst. Wiederhole den Schleif- und Entgratprozess auf dieser Seite.

Pflege nach dem Schärfen

Nun musst du deine Heckenschere vom Schleifstaub befreien. Dazu eignet sich am besten Druckluft. Die Schleifpartikel bilden sehr schnell Roststaub. Dieser ist sehr schädlich für deine frisch geschärften Klingen und macht sie schnell wieder stumpf. Falls du keine Druckluft verfügbar hast, nimmst du einen trockenen Pinsel.
Schließlich wird die Heckenschere noch gründlich geschmiert. Viele Heimwerker verwenden dazu WD-40. Dieser Universal-Schmierstoff ist jedoch eigentlich nur ein Lösemittel für festsitzende Bauelemente. Als Dauerschmierstoff ist er weniger gut geeignet. Verwende stattdessen lieber ein gutes Schmieröl. Lass die Heckenschere einmal kurz laufen, damit sich das Öl verteilt. Sichere dein Werkzeug wieder und putze es mit einem trockenen Lappen ab. Damit nimmst du das ganze überschüssige Öl wieder auf. Das ist sehr wichtig. Anhaftendes Öl ist ein Magnet für Staubpartikel aller Art. Zusammen mit dem Schmierstoff bilden sie eine Schleifpaste, die deine Heckenschere in kürzester Zeit wieder stumpf macht. Ordentlich mit einem trockenen Tuch abgerieben, kann das aber nicht mehr passieren. Selbstverständlich darfst du dabei aber kein Lösemittel wie Bremsenreiniger verwenden. Du würdest nur die Schmierung wieder entfernen und hättest nichts gewonnen.

Zusammenfassung

Eine Heckenschere zu schärfen ist kein Hexenwerk. Du brauchst kein teures Werkzeug und die Arbeit ist in wenigen Minuten erledigt. So hast du immer ein einsatzbereites Werkzeug und kannst sofort mit dem Verschönern deines Gartens loslegen. Achte darauf, dass deine Heckenschere trocken und staubgeschützt gelagert wird. Sichere sie auch gegen Fremdzugriff, damit sich niemand mit der gefährlichen Maschine verletzen kann. Wenn du alle Maßnahmen gewissenhaft beachtest, kann nichts passieren. Wenn du Fragen oder Anregungen rund um das Schärfen einer Heckenschere hast, dann schreib uns eine Nachricht. Wir freuen uns über jede E-Mail.